So funktioniert's

Prozesse in der Mühle am Beispiel Recklinghausen

Unsere Infografik zeigt, wie aus Getreide Mehl wird. Sie basiert auf dem Ablauf in unserer Mühle in Recklinghausen und veranschaulicht die wichtigsten Schritte von der Anlieferung über die Reinigung und Vermahlung bis zur Qualitätskontrolle und Abfüllung.

Infografik Mühle Recklinghausen
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1. Getreide- oder Rohstoffannahme

Bei der Anlieferung wird das Getreide gewogen und stichprobenweise entnommen. Im Labor erfolgt eine Besatzanalyse: Fremdgetreide, Stroh, Bruchkorn oder Mutterkorn werden aussortiert, gewogen und bewertet. Zudem messen Mitarbeiter oder automatische Systeme Parameter wie Feuchtigkeit, Protein, Sedimentationswert, Kornhärte – visuell und sensorisch kontrolliert. Nur bei einwandfreier Qualität wird das Korn angenommen.

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2. Grobreinigung (Schwarzreinigung)

Bereits bei der Anlieferung oder direkt im Lager erfolgt eine erste Reinigung: mit Magneten, Separatoren und Aspirateuren werden grobe Verunreinigungen wie Metallteile, Sand, Steine oder Fremdgräser entfernt. Dies schützt die Anlagen und verhindert Qualitätsverluste.

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3. Lagern im Silo

Qualitätsgeprüftes Getreide wird silogerecht eingelagert. Die Silos sind je nach Qualität sortiert. Temperatur, Feuchtigkeit und Belüftung werden permanent kontrolliert, um Schimmelbildung, Schädlingsbefall und Qualitätsverlust zu vermeiden. Periodische Siloreinigungen verhindern Ablagerungen und hygienische Risiken.

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4. Reinigung

Vor der Vorbereitung zur Vermahlung erfolgt eine intensive Reinigung, um letzten Staub, Schmutz und Mikroorganismen zu entfernen. Farbsortierer können mithilfe von Magneten, Separatoren, Steinauslesern und Aspirateuren auch verfärbte Körner identifizieren und aussortieren. Danach wird der Staub aspirativ abgeführt. So verbessert sich die Trennung von Kleie und Mehl sowie die Backqualität.

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5. Vorbereitung

Vor der Mahlverarbeitung wird das Korn dosiert und in Mischzellen nach Qualität sortiert. Anschließend wird es genetzt, also mit Wasser befeuchtet, und dann in Abstehzellen über Stunden ruhen gelassen. Dadurch wird die Schale elastischer und der Mehlkern mürber – das erleichtert das Mahlen und optimiert die Mehlqualität.

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6. Weißreinigung

Dieser letzte Reinigungsschritt unmittelbar vor der Vermahlung (Scheuern, Bürsten) entfernt Oberflächenreste und ermöglicht eine bessere Trennung zwischen Schalenteilen und Mehl. Er ist besonders wichtig für Vollkorn‑Produkte und beeinflusst Aroma und Keimfreiheit. Danach wird der Staub erneut aspirativ abgeführt.

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7. Prozesskontrollzentrum

Im zentralen Leitstand werden alle Verarbeitungsprozesse überwacht und gesteuert. Daten aus NIR‑Analysegeräten, Sensoren und Probennahmen fließen in Echtzeit ein. Qualitätsparameter wie Feuchte, Proteingehalt oder Mineralstoffe werden automatisch gemessen und zur Prozessoptimierung verwendet. Mitarbeiter greifen bei Abweichungen ein – so sichert der Menschen‑Maschine‑Mix konstant hohe Qualität.

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8. Mahlen und Sieben (bis zu 18 Wiederholungen)

Das Getreide durchläuft im Walzenstuhl mehrere Mahlschritte, nach jedem Mahlschritt wird im Plansichter gesiebt. Mehl wird heraus geschieden, Schrot erneut gemahlen. Dieser Schleifen­prozess (Passage) kann bis zu 18‑mal wiederholt werden, um möglichst kleiefreies und feines Mehl zu gewinnen. Währenddessen überwachen Fachleute und Automatisie­rungs­systeme die Produktqualität bei jedem Schritt.
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9. Verpacken, Befüllen und Ausliefern (Logistik)

Nach der Mahlung werden Mehl, Grieß oder Schrot in der Versuchsbäckerei und im Labor nochmals geprüft – etwa auf Aschegehalt (= Typenzahl) oder Verarbeitungseigenschaften. Erst nach Freigabe erfolgt die Abfüllung: in Haushalts­verpackungen oder direkt via Silofahrzeug­beladung. LKWs werden gewogen und nach der Dokumentation der Daten verplombt. Jede Charge ist lückenlos rückverfolgbar.